Jetzt ins Usenet wechseln! Erste Schritte, anfängerfreundlich (2024)

1 Vorbereitungen
1.0 Was brauche ich für den Download aus dem Usenet?
Wie auch bei Sharehostern, ist beim Download aus dem Usenet – im Gegensatz bspw. zu Torrents – keine IP-Verschleierung notwendig. Ein VPN wird also nicht gebraucht.

Ihr braucht nur drei Dinge (und auch in dieser Reihenfolge):
1. Eine Bezugsquelle
2. Einen Newsreader
3. Einen Usenet-Zugang

Zuerst findet man das gewünschte über seine Bezugsquelle(n). Man erhält dort üblicherweise eine sogenannte NZB-Datei (.nzb). Mit der NZB füttert man dann seinen Newsreader. Dies ist ein Programm, analog wie etwa der JDownloader, welches für euch aus dem Usenet runterlädt und die Dateien (üblicherweise, genauso wie bei Sharehostern, sind es RAR-Dateien) entpackt. Damit das klappt, ist ein Usenet-Zugang erforderlich.

1.1 Bezugsquelle
Ebenso wie es für Sharehoster Boards – bspw. Boerse und MyGully – gibt, gibt es diese analog auch fürs Usenet. Beim Usenet gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten, Content zu finden:

1. Usenet-Boards
2. Suchmaschinen
3. Private Indexer

1.1.1 Usenet-Boards
Ein Usenet-Board ist eigentlich das gleiche wie ein Board der Sharehoster-Szene, nur dass es statt Links zu Sharehostern entweder NZB-Dateien zum Download gibt oder zumindest ein Schlüsselwort, mit dessen Hilfe man den passenden Eintrag in einer Suchmaschine findet (näheres in 1.1.2). Dieses Schlüsselwort, bitte merken, nennt man Header.

Man registriert sich also in einem solchen Board und benutzt die Forensuche. Dann sucht man sich das passende Angebot raus. Im Gegensatz zu Sharehoster-Boards gibt es bei Usenet-Boards den Unterschied, dass man sich in aller Regel für den Beitrag bedanken muss. Erst dann tauchen die Informationen auf, die man braucht.

Entweder bietet das Board nun eine NZB-Datei zum Download an, oder man muss sich selbst die NZB-Datei besorgen. Wie man dann mit der NZB-Datei weiter macht, wird erst in Schritt 1.2. erläutert.

Ich empfehle, sich in einem Usenet-Board zu registrieren. Die bekanntesten sind:
usenet-4all.pw (Abkürzung: u4a) <= Registrierung (wahrscheinlich dauerhaft) zu
fileleechers.info (FL) <= Registrierung nur per Invite (ich biete keine an!)
house-of-usenet.com (HoU) <= Registrierung offen und frei
brothers-of-usenet.net (BoU) <= Registrierung offen und frei

Beachtet, dass man sich im Usenet üblicherweise wesentlich bedeckter hält im Vergleich zur Sharehoster-Szene. Die Boards haben nur selten offene und freie Registrierungen. Einige gehen nur mit Invite und das größte Board (u4a) lässt seit Jahren niemanden mehr rein. Mit HoU und BoU hat man aber 90 bis 95 % des Stuffs, den man braucht, abgedeckt.

1.1.2 Suchmaschinen
Ein Suchmaschinenbetreiber indexiert alle Postings, die ins Usenet gepostet werden. Insofern kann man mit diesem eigentlich alles finden. Eigentlich: denn heutzutage werden Dateien üblicherweise nur verschlüsselt ins Usenet gepostet (in der Regel durch passwortgeschützte RAR-Dateien). Diese Passwörter stehen bei den Usenet-Boards immer mit in dem Angebot. Man findet diese verschlüsselten Dateien zwar mit der Suchmaschine, und die Suchmaschine zeigt auch an, dass die Dateien passwortgeschützt sind, allerdings fängt man ohne das Passwort nichts damit an.

Man kann aber immer noch Dateien finden, die jemand ohne Passwort ins Usenet gestellt hat. Auch Katzenvideos. Wichtig zu wissen ist nur, dass dies durchaus auch Honeypots sein können. Hacker locken einen damit und in Wahrheit installiert man sich bloß ein Virus. Das sieht man in der Regel an der Gesamtgröße. Ein Katzenvideo ist in der Regel nicht 3 MB groß. Die Verwendung einer Suchmaschine ist zwar auch als Bezugsquelle möglich, aber aufgrund der Virengefahr und allgemein der beschränkten Auswahl nicht empfehlenswert.

Folgende NZB-Suchmaschinen gibt es:
nzbindex.com (1600 Tage Retention)
binsearch.info (1100 Tage Retention, nur wenige Gruppen)
nzbking.com (5200 Tage Retention, momentan offline, soll aber wieder kommen)

und eine nicht-öffentliche (für diese muss man einen Usenet-Zugang bei easynews erwerben)
members-beta.easynews.com/3.0/ (5200 Tage Retention)

Eine kleine Erklärung zur Retention bei einer Suchmaschine: Eine Suchmaschine mit 1.100 Tagen Retention speichert nur Usenet-Uploads der vergangenen 1.100 Tage. Genauer gesagt wird nicht der Upload gespeichert, sondern nur die Information, was der Newsreader genau laden muss. Näheres dazu kommt noch später.
Für älteren Stuff muss man also eine Suchmaschine benutzen, die entsprechend ausreichend Retention anbietet.

Und eine kleine Erklärung, warum bei binsearch nur wenige Gruppe indexiert werden. Also was das mit den Gruppen auf sich hat: Im Usenet gibt es, und das ist historisch gewachsen, Newsgroups. Das sind so gesehen Foren, in denen man halt etwas posten kann. Wenn man sagt, man postet etwas ins Usenet, dann postet man es immer in irgendeine der Newsgroups. Die gewünschte muss man vor Uploadstart auch angeben – über 200.000 gibt es. z.B. eine, wo sich früher mal Autoenthusiasten ausgetauscht haben, oder aber eine für Fußball. Wie dem auch sei: Früher wurde das Usenet nicht für Filesharing verwendet, sondern als eine Diskussionsplattform. Praktisch wie Twitter heutzutage.

Nun entscheidet jeder Suchmaschinenbetreiber selbst, welche Newsgroup er indexiert. Das heißt: wenn ein Uploader etwas in eine Newsgroup postet, und diese Newsgroup wird vom Suchmaschinenbetreiber nicht indexiert, dann findet man auch nichts, was in diese Newsgroup gepostet wurde. binsearch ist eine Suchmaschine, die leider nur eine überschaubare Anzahl an Newsgroups indexiert.

Wir benutzen Suchmaschinen nur dazu, um uns die passende NZB-Datei zum Header zu holen. Kleine Erinnerung aus 1.1.1: Header nennt man das Schlüsselwort, das ein Uploader in seinen Beitrag auf Usenet-Boards angibt, mit welchem man seinen Upload dann finden kann.
Gibt man den Header (meist irgendein Gewusel aus Zahlen und Buchstaben) in eine Usenet-Suchmaschine ein, kann man dann das richtige Ergebnis wählen (zur Orientierung sollte man auf die Newsgroup achten, in der das Posting getätigt wurde; diese Group steht üblicherweise auch im jeweiligen Beitrag auf dem Usenet-Board) und sich eine NZB zum Download erstellen lassen.

1.1.3 Private Indexer
Des Weiteren bestehen private Indexer. Hierbei handelt es sich um eine Plattform, die nicht das Usenet durchsuchen, sondern mit NZBs gefüttert werden. Man sucht bei denen also nach dem Gewünschten und kann sich die NZB runterladen. Üblicherweise kosten diese Indexer einen kleinen Jahresbeitrag.

Vorteil ist, dass man Indexer dank einer API-Schnittstelle wunderbar zur Automatisierung seiner Downloads nutzen kann (z.B. über die Programme Radarr oder Sonarr). Sicherlich ist ein privater Indexer die bequemste Form, aber in Deutschland nicht so verbreitet.

Es gibt englischsprachige Indexer, die in der Regel nur wenig deutschsprachigen Content führen. Eine Auswahl:
nzb.cat
drunkenslug.com
nzbgeek.info
0ccec98d8962a17294688363537bfe2e.wtfnzb.pw

auch hier sind die meisten nur invite-only (ich biete keine Ivvites an!). Manchmal sind die Registrierungen offen.

shytn6, boastard, Lino666 und 7 anderen gefällt das.

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